Freitag, 19. Juni 2009

Der Weg zur Arbeit, Teil 1

Damit ihr mal einen Eindruck von meinem bisherigen Weg zur Arbeit bekommt, hier mal eine kleine Fotostory!

Nachdem ich mich aus dem Bett gequält und fertig gemacht habe grüßt mich der Morgen mit freundlichem Nebel (7:50Uhr):
Bei der Begrüßung möchte man am liebsten wieder zurück in Bett, geht aber nicht: Die Arbeit ruft! Aufgeht es zur Haltestelle. Dort angekommen heißt es erstmal warten (7:54Uhr):Eigentlich sollte der Zug ja schon um 7:57Uhr abfahren. Weiter Warten. 8:04Uhr der Zug kommt:Wie jeden Morgen ist der Zug fast leer, ganz im Gegensatz zum dem in die andere Richtung:Vorbei geht es an einer großen goldenen Statue, an Raffinerien und dem platten Land:

In Werribee angekommen (ca. 8:30) geht es zu Fuss weiter zur Arbeit.Dabei geht es entlang und über große Straßen ohne Ampel, Zebrastreifen und Co.Warum sollte es sowas auch geben? Auf der anderen Seite sind nur Schafe...... kein Fußgängerweg......nur Food Science Australia gibt es da noch (8:50Uhr). Und es präsentiert sich, nachdem man eine Stunde im Nebel unterwegs war, in den ersten zaghaften Sonnenstrahlen.
Kurze Zeit später hat die Sonne den Nebel komplett vertrieben.

Übrigens gibt es ein Update beim TimTam Slam...

Dienstag, 16. Juni 2009

Der TimTam Slam

Heute in der Mittagspause haben sich vier wagemutige Recken zusammengefunden um ein Stück australischer Kultur zu erleben und umzusetzen: Den TimTam Slam
TimTam Slam? Was ist den das? Ja, so erging es mir vor ein paar Tagen auch noch. Aber in zwischen habe ich schon praktische Erfahrung mit dem TimTam Slam sammeln können.

Aber nun mal von Anfang an:
1. Wer oder was ist TimTam?
Beim einem TimTam handelt es sich nicht um einen australischen C-Promi oder eine seltene Tierart. Nein, es ist ein Keks. Dieser Keks besteht aus mehreren Schichten. Erst kommt eine Lage aus Schokoladenkeks. Auf diesem Schokoladenkeks ist Schokoladencreamlage die wiederum mit einen Schokoladenkeks bedeckt ist. Und dieses ganze Konstrukt ist mit Schokolade überzogen. Eigentlich ist es also kein Keks, sondern eher Schokolade mit etwas Mehl an bestimmten stellen. Und wenn man es genau nimmt sind es ungefähr 60% Zucker und 30% Fett.

2. Vorbereitung des TimTams Slams
Man nehme einen TimTam und beisse ein kleines Stück an von zwei gegenüberliegenden Ecken ab.
Man nehme eine beliebiges Heißgetränk wie zum Beispiel Kaffee, Tee oder, wem es noch nicht schokoladig genug ist, Kakao. Wichtig ist, dass das Getränk heiß ist. Wobei es Gerüchten nach auch mit Bier gehen soll...

3. Der TimTam Slam
Man nehme den TimTam in eine Hand. Eine Ecke mit abgebissener Ecke zum Mund führen und die andere Ecke ohne Ecke in das Heißgetränk tauchen. Und nun benutzt man den Keks als Strohhalm! Der Keks besteht wie schon erwähnt hauptsächlich aus Schokolade. Daher ist es ratsam den Keks schnell komplett in den Mund zu stecken sobald etwas von dem Getränk im Mund ankommt!

4. Die Erfahrungen mit dem TimTam Slam
In einer französisch deutschen Kooperation wurde dieser Teil der örtlichen Kultur getestet und für gut befunden! Zur Nachahmung empfohlen! Und es ist gar nicht so kompliziert, wenn man sich nicht zu ungeschickt anstellt. Hier nochmal das ganze in einem kurzem Video (Nein, nicht von mir, hatte keine Kamera dabei!).

UPDATE:
Und es gibt doch ein Video vom nächsten Versuch:

Donnerstag, 11. Juni 2009

Racism is worse than Swine Flu

Hier nur kurz ein Link zum Thema der Demo in die ich geraten war und mitgelaufen bin: Hier Klicken

Freitag, 5. Juni 2009

Swine Flu - Sie ist überall!

Swine flu! Sie ist überall! Und überhaupt das größte Übel in Melbourne, Victoria, Australien und der ganzen Welt!
Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man hier ist. In den kostenlosen Zeitungen, die hier verteilt werden, finden sich halbseitige Anzeigen der Regierung mit Hygienetipps wie regelmäßiges Händewaschen, Verhaltensregeln (Bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben, Menschen meiden und Arzt anrufen) und welche Warnstufe gerade herrscht. In der gleichen Zeitung steht natürlich auch wieviele Schulen gerade wegen der Schweinegrippe geschlossen werden müssen und wieviele arme Kinder davon betroffen sind.
Beim Arzt gab es eigentlich keine freie Fläche, die nicht mit Plakaten zu gepflastert war. Ein Viertel hatte etwas mit Aborigines und den
Torres Strait Islanders zu tun, ein weiteres Viertel waren verschiedene Sachen wie Krebsvorsorge, Ernährungstipps und Co. Und gefühlte 50% hatten Swine Flu zum Thema. Und mich haben sie auch gefragt, ob ich Symptome habe.
Auch auf der Arbeit wird man nicht davon verschont. Es gibt regelmäßig ein Swine Flu Newsletter in dem eigentlich nichts neues steht.
Aber auch weniger alltägliche Dinge sind von H1N1 betroffen: Ich bin zufällig in eine unangemeldete Demonstration geraten, bei der gegen rassistische Übergriffe und Gewalt demonstriert wurde. Auslöser der Demo waren Übergriffe auf Inder, die mit lebensgefährlichen Verletzungen geendet haben. Daher stellte Inder oder indischstämmige Personen den mit Abstand größten Teil der Demonstranten. Außer mir habe ich nur wenig europäisch wirkende Menschen gesehen. Die, die da waren zählten eindeutig zur Antifa-Szene. Interessant fand ich auch, dass sich eigentlich keine Asiaten unter die Demonstranten gemischt haben, die ja durchaus auch von der Problematik, wenn auch in diesem Fall nicht so akut, betroffen sind. Aber was hat das ganze mit der Schweine Grippe zu tun? Einige der Demonstranten haben nicht nur Atemmasken getragen, sondern auch Banner mit der Aufschrift "Racism is worse than Swine Flu". Recht haben sie!

Kompressionsstrümpfe?

Letzten Montag kam es zu einer recht typischen Situation wie sie auch schon am Anfang des letzten Eintrags beschrieben ist: Ich war zu spät aus dem Bett gekommen und nun musste ich mich doch ziemlich beeilen. Das ganze gipfelte in einem Sprint um die Bahn noch zu erreichen.
Dieser Sprint war ein Fehler! Kurz vor der rettenden Tür gab es plötzlich einen schmerzhaften Stich in meiner rechten Wade. Den Zug habe ich trotzdem noch bekommen.
Am nächsten Morgen war es dann doch sehr unangenehm aufzustehen und das Bein zu belasten. Aber das ist bei einer Zerrung halt so, dachte ich, wird schon nicht so lange dauern. Also erstmal Voltaren auf die Wade geschmiert und nicht weiter dabei gedacht.
Mittwochs Morgen war von einer Besserung nichts zu spüren, das Gegenteil traf eher zu. Vielleicht doch keine einfache Zerrung? Vielleicht doch besser mal zum Arzt gehen. Wozu hat man den eine Krankenversicherung!
Erstmal auf der Arbeit anrufen und Bescheid geben, dass man später kommt. Anschließend einen Arzt kontaktieren und sich freuen, dass man in einer Stunde einen Termin hat. Zum Glück ist der Arzt nicht weit und man kann noch hinhumpeln.
In der Arztpraxis angekommen sieht man eigentlich nur eins "SWINE FLU", überall. (Gerade beschlossen: Swine Flu wird noch einen eigenen Eintrag bekommen. Deswegen hier nicht mehr dazu!) Trotz swine flu und alledem musste ich nur ein paar Minuten warten und bin drangekommen. Nach ein bisschen rumdrücken an der Wade kam die erste Diagnose: Zerrung oder Thrombose! Also auf zum Ultraschall in einen anderen Stadtteil. Vorher aber erstmal Rechnung bezahlen: 34.55$.
Beim Ultraschall habe ich mich erstmal über das vorgewärmte Glibberzeug gefreut. Und dann wurde mein Bein vom Knöchel bis zur Leiste intensiv beschallt. 144.10$.
Für die Arbeit war es inzwischen zu spät. Und um die Ergebnisse zu bei dem ersten Arzt abzuholen auch. Die habe ich am nächsten Nachmittag bekommen. 34.55$. Keine Thrombose und keine Zerrung, einfach ein Bluterguss im Muskel. Also nicht schlimmes tut nur weh und das mindestens noch eine Woche. Monate lange Kompressionsstrümpfe tragen wäre aber noch schlechter gewesen. Also Glück gehabt!
Jetzt bin ich nur mal gespannt wann ich meine 120€ von der Versicherung wieder bekomme!

Mittwoch, 27. Mai 2009

First BBQ

Dienstag, 7Uhr morgens: Der Wecker klingelt und wird ignoriert. Er klingelt nochmal und kann nicht mehr sollte nicht nochmal ignoriert werden - wird er aber. Unermüdlich probiert der Wecker weiter mich zum Aufstehen zu ermutigen und hat Erfolg! Nur leider viel zu spät. Schnell duschen, anziehen und darauf hoffen, dass die Bahn ein paar Minuten Verspätung hat. Hat sie! Glück gehabt. Jetzt erstmal Industrieromantik gucken (dramatischer Sonnenaufgang im Hintergrund, rauchende Schlote einer Raffinerie im Vordergrund) und aufwachen. Mist, Rucksack vergessen! Kein Mittagessen, nichts zu trinken, keine Keycard. Aussteigen, ab in die Bäckerei und Brot kaufen. Falsches Brot gekauft*. Egal, muss für das Frühstück und Mittagessen reichen. Vorbei an den Schafen geht es zur Arbeit, genauer erstmal zur Rezeption. Ein Ersatz für die Keycard muss her. Die Dame, die dort sitzt, ist nicht die Dame, die da sonst arbeitet. Ich hab sie noch nie gesehen, sie mich wohl auch nicht. Sachverhalt erklären und freundlich gucken. Und ohne weiter Kontrollen meiner Person eine Keycard erhalten. (Wozu gibt es diese Zugangskontrollen, wenn nicht kontrolliert wird?)
Arbeiten. Und sich wundern, warum auf dem Nachbartisch ein Haufen Würste vom German Butcher liegt. Es wird in der Mittagspause gegrillt. Und es gibt nicht nur Würste, sondern auch Rumsteak, T-Bone-Steak, Salat und Getränke. Und Tofu-Würste, aber die habe ich bei der Auswahl einfach mal ignoriert. Fleisch war zart und auf den Punkt gegrillt, Salat war lecker!
Fazit: Ich sollte öfter mal meinen Rucksack mit meinem Mittagessen vergessen.

*Exkurs: Überraschungen beim Brotkauf
Überraschungen beim Brotkauf erlebt man eigentlich kaum. Die meisten Brote gleichen in ihrer Konsistenz eher Toast oder einem Baguette ohne Kruste. Aber bei Bakers Delight gibt es nicht nur unglaublich gute Scones in unzähligen Varianten, es gibt auch Brot. Also fast richtiges Brot mit Kruste und Geschmack! Und jetzt kommt die Überraschung ins Spiel: Man sieht den Broten von außen nicht an, ob sie knusprig und lecker oder lasch und geschmacklos sind. Ein Brot, das wie Brot aussieht, kann sich als Toast entpuppen. Wenn dann noch nichtssagende Namen und ein wechselndes Tagesangebot dazu kommen gleicht der Brotkauf einer Lotterie mit geringen Gewinnquoten. Umso größer ist aber die Freude, wenn man die richtige Wahl getroffen hat.

Montag, 25. Mai 2009

Regen

Es regnet. So sicherlich nichts besonderes, aber es regnet hier zum ersten mal richtig seit ich dieses Land betreten habe.
Außerdem ist der Regen in meinem Zimmer ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe gerade die ganze Zeit gedacht, woran erinnert dich der Regen. Und dann bin ich drauf gekommen:
Es ist wie im Zelt. Also fast. Es ist nicht so eng, man braucht keine Angst zu haben, die Wände zu berühren, aber es hört sich so an!